Ausstellung

Give Love Back. Ata Macias und Partner Eine Ausstellung zur Frage, was angewandte Kunst heute sein kann

13. September 2014 - 11. Januar 2015

“Give Love Back” ist ein Zitat vom Buchcover „Come On In My Kitchen – The Robert Johnson Book“. Es vereint das, was die Kuratorinnen Eva Linhart und Mahret Kupka als das „Ata-Prinzip“ bezeichnen: Macias wirkt wie ein Knotenpunkt eines Netzwerks von Personen, Orten und Dingen. Im Zentrum stehen dabei Prozess und Ereignis der Entstehung seines Werkes, an dem zudem Benutzer und Besucher maßgeblich beteiligt sind.

Die Tätigkeiten Macias‘ verbinden Design und Mode, Clubkultur und Essen, sein Name prägt das wachsende Bewusstsein und den Ruf Frankfurts als angesagte Offspace-Metropole wesentlich mit. In Kooperation mit Ata Macias stellte das Museum Angewandte Kunst das vielseitige Schaffen des Frankfurters sowie seiner Partner erstmalig in einer Ausstellung vor und fragte nach der möglichen Bedeutung und Präsentation angewandter Kunst von heute.

Die Ausstellung näherte sich dem Ata-Prinzip somit auf zwei Ebenen: einer der konkreten Objekte aus Macias‘ Kosmos wie T-Shirts, Plakate, Schallplattencover, Schmuck oder Mobiliar. Auf einer weiteren Ebene bot das vielseitige Wirken Macias das ideale „Feld“, um die Frage zu stellen, was angewandte Kunst heute sein kann. Die Ausstellung führte entlang von Stationen durch die Räume und thematisierte mit fünf verschiedenen Kuratorischen Referenzen folgende Aspekte: Ata Macias und Partner / Ata Macias und das Bahnhofsviertel / Freiheit, Ornament und Tapete / Buy Give Love Back Conept Store / Angewandte Kunst und Ware.

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Für die Ausstellung wurden eigens Projekte erarbeitet: Schon im Sommer 2014 kleidete Macias das hauseigene Bistro mit hochwertigen Stoffen der Traditionsfirma Zimmer + Rohde neu ein und veränderte damit dessen Atmosphäre. In Kooperation mit dem Frankfurter Unternehmen „2ndhome“ eröffnete sich dem Museumsbesucher als Teil der Ausstellung ein Concept Store mit tatsächlich dort käuflichen Dingen. Dieser Buy Give Love Back Conept Store verwies auf das Changieren angewandte Kunst zwischen künstlerisch anspruchsvollem Exponat und käuflicher Ware. Herzstück waren Editionen, die von Ata Macias und Partnern eigens für den Anlass gewählt, entworfen und realisiert wurden.

Weiter zeigte das Museum historische Trinkgläser der Sammlung, darunter Scherzgläser des 16. Jahrhunderts, die gemeinsam mit Macias zusammengestellt wurden. Diese Gläser wurden mit erlesenen Edelobstbränden der Stählemühle von Christoph Keller sowie ausgesuchten Publikationen aus seiner Tätigkeit als Verleger und Buchgestalter zu einer „Bibliothek des Erlesenen“ kombiniert. Wie bereits die Editionen des Concept Stores verwies dieser Raum auf den Aspekt der präzisen, ausgesuchten Wahl als eine ästhetische Haltung Macias.
Der Künstler Michael Riedel stellte die Versatzstücke des Robert Johnson Clubs aus und das Wirken Macias im Frankfurter Bahnhofsviertel, Ort der Cafébar Plank und des Szene-Lokals Club Michel, erhielt durch filmische Interviews in die Ausstellung Einzug. Darüber hinaus lud Give Love Back zu Veranstaltungen wie den legendären Boiler Room ein.

Die Ausstellung spannte vom konkreten Schaffen Ata Macias einen Bogen dahin, wo und wie angewandte Kunst heute stattfindet. Sie machte deutlich, dass sich diese weniger in den materiellen Objekten zeigt, sondern in deren Kontextualisierung und in der gestalteten Praxis. „Dem Nachdenken über angewandte Kunst und ihrer Rolle liegt folgende Hypothese zugrunde: Angewandte Kunst ist eine Kunst, die nicht für einen Kunstraum erschaffen wird, sondern die sich in der Lebenspraxis verortet und diese ästhetisch durchdringt. Das „Wie“ ist eine Frage, der Give Love Back nachging“, erklärten Eva Linhart und Mahret Kupka ihren Ansatz der Ausstellung.

Kuratorinnen
Dr. Eva Linhart, Dr. Mahret Kupka

Ata Macias – Projektleitung
Sandra Doeller und Gabi Schirrmacher


Die Kuratorinnen zu “Give Love Back”



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Partner, Beteiligte und Förderer
2ndHome, adidas, American Apparel, Arnold Holstein GmbH, Atelier Goldstein, Christian Beißwenger, Heiner Blum, Boiler Room, brandbook, Buero Marc Ulm, Dennis Busch, Camper, Graziano Capitta, Erinç Cooley, Sandra Doeller, Dornbracht, Druckwerkstätten der Städelschule, Early, Steffen Eberhardt, Effigiella, Carsten Fock, Oliver Hafenbauer, Daniel Herrmann, Höchster Porzellan-Manufaktur, Hofe, Chin-Gi Hong, Sebastian Kahrs, Christoph Keller, Jürgen Keßler, Karl Kliem, Kerstin Laackmann, Lisa Marschall, Stefan Marx, Meiré und Meiré, Jan Paul Müller, Meso, David Meves, Montana, Morgen Interiors, Nordlicht, Prof. Dr. Regine Prange, Tobias Rehberger, Michael Riedel, Andreas Rohrbach, Prof. Dr. Carsten Ruhl, Michael Satter, Gabi Schirrmacher, serien.lighting, Marcel Storandt, Ströhmann Steindesign, Sven Tadic, Susanne Theißen, Von Zubinski, Martin Wenzel, Prof. Dr. Christof Windgätter, Holger Wüst, Zimmer + Rohde & to be continued…