Ausstellung

亞歐堂 meet asian art Ein Ausstellungs- und Veranstaltungsforum

verlängert bis 6. Mai 2018

Ein langes Leben, Gesundheit oder Gelassenheit – in vielerlei Symbolen und Anspielungen verweist chinesisches Blau-Weiß-Porzellan aus der Regierungszeit des Ming-Kaisers Wanli (1572-1620) auf Glück- und Segenswünsche.

Das Museum Angewandte Kunst zeigt eine Auswahl von 24 Porzellanen aus der Wanli-Ära in seinem Ausstellungs- und Veranstaltungsforum meet asian art, das sich in wechselnden Schwerpunkten der Kunst Asiens widmet.

Im Jahr 1572, als der erst neunjährige Zhu Yijun zum Kaiser des Ming-Reiches erklärt wurde, verkündete man Wanli („Zehntausend Jahre“) zur Regierungsdevise. Kaiser Wanli herrschte 48 Jahre lang und damit länger als jeder andere Ming-Kaiser. Unter seiner Herrschaft prosperierten zunächst Wirtschaft, Kunst und Kultur. In den späten Wanli-Jahren jedoch erlebte China einen Niedergang, der bald danach zum Zusammenbruch der Ming-Dynastie führte.

Zugleich war die Regierungszeit des Kaisers Wanli für China ein Zeitalter der frühen Globalisierung. Erstmals gelangten große Mengen chinesischen Porzellans und anderer Handelsgüter bis nach Europa und wurden dort zu begehrten Luxusartikeln. Die ausgestellten 24 Stücke aus der asiatischen Sammlung des Museums wurden in der kaiserlichen Manufaktur Jingdezhen oder von deren Zulieferern produziert. Sie reichen von Palastware bis zum massenweise produzierten, gleichwohl in Europa teuer bezahlten Exportporzellan, das nicht zuletzt von der frühbarocken Frankfurter Fayence kopiert wurde.

Die Präsentation Wanli Blau-Weiß bietet Einblicke in die herausragende Sammlung chinesischer Keramik im Museum Angewandte Kunst. Einige der hier ausgestellten Porzellane gehören bereits seit über hundert Jahren zur Museumssammlung. Der größte Teil jedoch geht auf Carl Cords zurück, dessen umfangreiche Schenkung von 1943 das Rückgrat der ostasiatischen Sammlung des Museums bildet.

Kurator: Dr. Stephan von der Schulenburg

Katalog zum Download


Studientag 亞歐堂 meet asian art
Samstag, 2. September 2017, 11 – 18 Uhr

Zum Programm

mit
Dr. Nora von Achenbach, Hamburg
Dr. Stephan Hauk, Bad Soden
Roswitha Pollack, Köln
Dr. Sabine Runde, Frankfurt/Main
Dr. Stephan v. d. Schulenburg, Frankfurt/Main
Daniel Suebsman, Köln + Düsseldorf
Dr. des. Wen-Ting Wu, Heidelberg


Was ist 亞歐堂 meet asian art?

Vieles deutet darauf hin, dass Asien im 21. Jahrhundert eine zentrale Rolle im Weltgeschehen spielen wird. Auch in Frankfurt am Main ist in den letzten Jahren eine stetig wachsende Präsenz Asiens unverkennbar: Die Stadt hat als Verkehrs-, Kapital- und Wirtschaftsdrehscheibe bereits heute die größte koreanische und eine der größten japanischen Communities in Kontinentaleuropa und auch China ist in den Bereichen Industrie, Finanzsystem und Tourismus in Frankfurt immer deutlicher vertreten.

Vor diesem Hintergrund, aber auch angesichts der herausragenden Rolle, die die Sammlungen asiatischer Kunst seit über hundert Jahren im Museum Angewandte Kunst spielen, widmet das Museum der Kunst Asiens mit 亞歐堂 meet asian art seit Oktober 2016 einen neuen Ort des Austausches, des Entdeckens, Verstehens und Diskutierens. Hier finden wechselnde Exponate aus den einzigartigen Sammlungen asiatischer Kunst des Museums in Form kleiner Kabinettausstellungen einen Platz. Zugleich ist 亞 歐堂 meet asian art mehr als ein Ausstellungsraum: Als Forum für Veranstaltungen und Präsentationen bietet es immer wieder neue Einblicke in Asiens Beitrag zur Kunst der Welt.


Vergangene Ausstellungen in 亞歐堂 meet asian art

Japanische Cloisonné-Arbeiten

8. Oktober 2016 – 28. Mai 2017

亞 歐堂 meet asian art– die Schriftzeichen bedeuten übersetzt in etwa „asiatisch-europäischer Salon“ – eröffnete zeitgleich mit der Ausstellung Yokohama 1868–1912. Als die Bilder leuchten lernten am 7. Oktober 2016. Aus diesem Anlass wurden ausgesuchte Meisterwerke des japanischen Cloisonné der Meiji-, Taishô- und frühen Shôwa-Periode (ca. 1870–1935) präsentiert. Die Email-Arbeiten sind Teil einer umfangreichen und kostbaren Schenkung, die das Museum Angewandte Kunst im Sommer 2016 in Empfang nehmen durfte. 


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