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Blickwechsel – Zukunft gestalten Beyond Fast Fashion II. Die feinen Unterschiede im handwerklichen Design

Dienstag, 24. April 2018, 19 Uhr

Podiumsgespräch mit Renate Breuß, Saskia Diez, Tom Hansing und dem Frankfurter Label TSATSAS sowie Haarschneide-Performance mit Wachs & Wachs & Zians

Eine Veranstaltung im Rahmen der Podiumsreihe Blickwechsel – Zukunft gestalten

Auf der weltweit größten und wichtigsten Möbelmesse in Mailand werden in diesem Monat wieder unzählige Trends als die neuen „Must-Haves“ für Wohnen und Leben präsentiert. Dabei stellt sich die Frage, ob die Dynamik des beständig Neuen zwingend zur Designwelt gehört oder ob es Alternativen angesichts des Klimawandels gibt: eine Ökonomie, die im Einklang mit den vorhandenen Ressourcen steht.

Ist es demnach möglich, Dinge mit Designqualität von nachhaltigem Wert zu schaffen, die gleichzeitig den Zeitgeist und gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegeln ? Welche Rolle können DesignerInnen, HandwerkerInnen und KulturvermittlerInnen in diesem Kontext einnehmen? Und welche Form von Kulturvermittlung ist nötig, um einem Handwerks- und Designverständnis gerecht zu werden, das auf die Entwicklung von handwerklichen Techniken und Fähigkeiten sowie regionale Fertigung setzt?

Diese Fragen stehen im Zentrum eines Podiumsgesprächs mit anschließender Diskussionsrunde. Unter dem Titel Beyond Fast Fashion II Die feinen Unterschiede im handwerklichen Design sind die Kunsthistorikerin Renate Breuß, die Schmuckdesignerin und Goldschmiedin Saskia Diez, der Soziologe Tom Hansing und das Frankfurter Label TSATSAS zu Gast.
Die Veranstaltung wird von einer Haarschneide-Performance der Wachs & Wachs & Zians Friseurbetriebe begleitet.

Als Auftakt für das Podiumsgespräch wird das Frankfurter Label TSATSAS die von ihnen neuaufgelegte Damentasche von Ferdinand Kramer aus dem Jahre 1963 präsentieren und die gestalterische Auseinandersetzung bei der Entwicklung erläutern. Danach wird Saskia Diez erklären, wie sie in ihren Arbeiten soziale und ökologische Aspekte berücksichtigt. Anhand ihrer Arbeit beim Werkraums Bregenzerwald zeigt Renate Breuß im Anschluss daran auf, was an ästhetischem Wissen nötig ist, um gutem Design und Handwerk eine entsprechende Wertschätzung zuteilwerden zu lassen. Welchen Beitrag DIY-Werkstätten zu diesem Aspekt – auch im Sinn von Wahrnehmen und Begreifen – leisten können, wird Tom Hansing durch Projekte ausführen, die zu einer postkapitalistischen Praxis gezählt werden können.

Tsatsas Tape
Foto: TSATSAS © Gerhardt Kellermann

Anschließend ist das Publikum dazu eingeladen, gemeinsam mit dem Podium zu diskutieren.
Es moderiert Laura Krautkrämer.
Der Eintritt zum Podiumsgespräch beträgt 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro.


Podium:

Renate Breuss
Foto: Adolf Bereuter

Renate Breuß, Kunsthistorikerin. Seit 1999 externe Lehrbeauftragte für Kultur, Design und Wahrnehmung an der FH Vorarlberg, Studiengang Intermedia. Bis 2016 leitete sie den Werkraum Bregenzerwald, wo sie Aufbau und Programmatik des dem Handwerk gewidmeten Hauses mitinitiierte und begleitete. Veröffentlichungen zur Kultur des Bauens, zum Handwerk und zur Theorie des Kochens.


Saskia Diez, ausgebildete Goldschmiedin. Sie studierte Industriedesign in München und arbeitete nebenher für die beiden Produktdesigner Christian Haas und Konstantin Grcic. Zugleich ist Saskia Diez ihr unabhängiges Label für Schmuck und Accessoires mit Sitz in München, das sich auf lokale Produktion mit internationalem Vertrieb spezialisiert hat.

Saskia Diez
Foto: Sigrid Reinichs

Tom Hansing Website

Tom Hansing Mitherausgeber des Buches „Die Welt reparieren. Open Source und Selbermachen als postkapitalistische Praxis“. Studium der Soziologie an der Universität München und Freien Universität Berlin. Mitbegründer der sozialen Unternehmung RÜTLI-WEAR und der offenen Siebdruckwerkstatt SDW-NEUKÖLLN, Mitarbeiter im anstiftungs- Forschungsprojekt „Die städtische Performanz bürgerschaftlicher Lebendigkeit“. Seit Mai 2010 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung anstiftung im Bereich urbane Subsistenz, offene Werkstätten und Reparatur -Initiativen mit den Schwerpunkten nachhaltige Projektkonzeption, neue Kooperationsformen und Projektberatung.


Das Taschenlabel TSATSAS wurde im Jahr 2012 von Esther und Dimitrios Tsatsas in Frankfurt gegründet. Das Verarbeiten von Leder hat in der Familie eine lange Tradition – der Vater von Dimitrios Tsatsas betreibt seit mehr als dreißig Jahren als Feintäschner in Offenbach am Main ein Atelier. Hier werden alle TSATSAS- Taschen mit viel Liebe zum Detail von Hand gefertigt. Dimitrios Tsatsas studierte Industriedesign, seine Frau Esther ist studierte Architektin.

TSATSAS Portrait Web
Foto: Roman Haindl

WWZ Friseure
Foto: Wachs & Wachs & Zians Friseure © Daniel Nückel

Wachs & Wachs & Zians Friseurbetriebe in Frankfurt wurde 1993 von Cajus und Cyrus Wachs gegründet; 1996 kam Franck Zians als weiterer Geschäftspartner hinzu. Alle drei verbindet neben ihrer langjährigen Berufserfahrung (u.a. als Manager und Creative Director bei Vidal Sassoon) und fachlichen Kompetenz die geteilte Leidenschaft für ihre Profession.



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