Exhibition

Stolen. Collected. Obscured. The Pinkus/Ehrlich Collection and the Museum Angewandte Kunst

7 June to 14 October 2018

Opening: Wednesday, 6 June 2018, 6 pm

What responsibility do museums have, even today, in relation to art looted by the Nazis? As part of a joint project undertaken by a number of Frankfurt museums, this exhibition at the Museum Angewandte Kunst will present the story of the Pinkus/Ehrlich Collection as a case study.

In 1940, the Museum Angewandte Kunst (known at the time as the Museum für Kunsthandwerk) acquired several very valuable silver jugs, bowls and sets of cutlery belonging to the Jewish collector Joseph Pinkus, or to his heir, Hedwig Ehrlich. In 1949, the museum gave back the artefacts – except for twelve items which, according to the inventory register, had been destroyed by fire during the war. In 2017, however, researchers investigating the provenance of works in the museum’s collection were able to identify precisely those 17th and 18th-century silver objects. After the Second World War, the museum had deliberately obscured their origin.

In presenting this particular example, the exhibition will illustrate how provenance research at the museum is carried out, while at the same time underlining the importance of a culture of memory continuing into the future.

The exhibition forms part of the joint project Gekauft.Gesammelt.Geraubt? Vom Weg der Dinge ins Museum with the Historisches Museum, the Jüdisches Museum, the Weltkulturen Museum and the Fritz-Bauer-Institut, Frankfurt am Main.

Curators: Dr Katharina Weiler, Grit Weber

Learn more: Provenance research


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Im Rahmen der Ausstellungseröffnung liest die Schauspielerin Stella Hilb aus Briefen Hedwig Ehrlichs. Die gebürtige Frankfurterin spielte die Rolle der Hedwig Ehrlich in der sechsteiligen Fernsehserie „Charité“, die das Erste 2017 ausstrahlte.
1939 schrieb Hedwig Ehrlich, Witwe des Nobelpreisträgers Paul Ehrlich, aus dem Genfer Exil zahlreiche Briefe an ihren Vertrauten in London, den ehemaligen Bankdirektor und jüdischen Emigranten aus Frankfurt a.M., Hugo Hieronymus Haas. In ihren Briefen bat sie um Rat hinsichtlich des Verlusts ihrer großen Silbersammlung, die sie einst von ihrem Vater Joseph Pinkus geerbt hatte und die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt worden war.

Ein Vortrag von Dr. Katharina Weiler, Provenienzforscherin am Museum Angewandte Kunst.
In der NS-Zeit kam das damalige Museum für Kunsthandwerk in den Besitz von Silberobjekten des jüdischen Sammlers Joseph Pinkus bzw. seiner Erbin Hedwig Ehrlich, Witwe des Nobelpreisträgers Paul Ehrlich. 1949 wurden die Artefakte restituiert – bis auf zwölf Objekte, die angeblich im Krieg verbrannt waren. 2017 entdeckte die Referentin diese Gegenstände im Bestand des heutigen Museum Angewandte Kunst. Ihr Vortrag beleuchtet die Geschichte der Silbersammlung im Spannungsverhältnis von Verlust, Raub und Verwahrung.

Der Vortrag widmet sich der Entwicklung der deutschen Edelmetallbewirtschaftung in den 1930er Jahren und arbeitet dabei sowohl die Ursachen für die staatliche Beschlagnahme des jüdischen Besitzes edelmetallhaltiger Gegenstände im Rahmen der sogenannten Leihhausaktion 1939 als auch deren konkreten Einsatz in der deutschen Kriegswirtschaft (Platinmetalle, Silber) bzw. für die Kriegsfinanzierung (Gold) heraus.

Gemeinsam führen die Kuratorinnen Dr. Katharina Weiler (Museum Angewandte Kunst) und Dr. Eva Atlan (Jüdisches Museum Frankfurt) durch Geraubt. Gesammelt. Getäuscht. Die Sammlung Pinkus/Ehrlich und das Museum Angewandte Kunst. Im Mittelpunkt steht der heutige Umgang mit Objekten aus einstmals jüdischem Besitz aus der Perspektive der beiden unterschiedlichen Museen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Um Anmeldung wird gebeten unter create.angewandte-kunst@stadt-frankfurt.de.