AusstellungenAdler, Orden, Wahlurne Redesigning Democratic Representation

28. August 2026 – 21. Februar 2027

Pressekonferenz: Donnerstag, 27. August 2026, 11 Uhr
Eröffnung: Donnerstag, 27. August 2026, 19 Uhr

Eine Wahlurne, ein Wappentier, ein Verdienstorden: Drei Objekte, die im Alltag unserer Demokratie eine erstaunlich große Rolle spielen – und über die dennoch selten nachgedacht wird. Genau hier setzt die Ausstellung Adler, Orden, Wahlurne an. Sie lädt dazu ein, vertraute Zeichen des demokratischen Gemeinwesens neu zu betrachten und zu fragen, ob sie noch zu dem passen, was wir heute unter Demokratie verstehen.

Design und Architektur haben schon immer dabei geholfen, gesellschaftliche Vorstellungen sichtbar und diskutierbar zu machen. Statt jedoch – wie es historisch oft geschah – auf große, monumentale Gesten zu setzen oder sich umgekehrt in kleinen Nischenprojekten zu erschöpfen, verfolgt das Forschungs- und Gestaltungsprojekt Re-De-Re einen dritten, unaufgeregteren Ansatz: die gestalterische Auseinandersetzung mit einzelnen, sehr konkreten Objekten unserer demokratischen Repräsentation.

Drei davon stehen im Zentrum der Ausstellung. Die Wahlurne, in vielen Kommunen bis heute eine schlichte, zweckentfremdete Mülltonne – praktisch, aber der Feierlichkeit des Wahlakts kaum angemessen. Der Bundesadler, dessen symbolische Bedeutung als Raubvogel auf eine Zeit weit vor der Demokratie zurückgeht. Und das Bundesverdienstkreuz, mit dem der Staat bürgerschaftliches Engagement ehrt, dessen Form aber stark von christlicher Symbolik und vor allem von militärischer Tradition geprägt ist. Ausgehend von diesen drei Beispielen haben Gestalter:innen neue Entwürfe entwickelt, die zeitgemäßer und offener gedacht sind.

Re-De-Re ist zugleich ein Forschungsprojekt: Drei Jahre lang begleitet das Team Politiker:innen in ihrem parlamentarischen Alltag, um zu verstehen, wie Repräsentation im Kleinen funktioniert. Die gestalterische Perspektive richtete den Blick auf das Sinnliche und Materielle dieser Arbeit, die politikwissenschaftliche auf Machtverhältnisse und Verfahren, die sich weniger leicht greifen lassen. Beobachtung und Entwurf informieren sich dabei immer wieder gegenseitig – ein Prozess, der die entstandenen Objekte zu einer Brücke zwischen Abgeordneten, Forschenden und Besucher:innen macht.

Zu sehen sind Arbeiten und Positionen internationaler Gestalter:innen, darunter Rozbeh Asmani, Maciej Chmara & Anna Rosinke, Esra Gülmen, Jianping He, Nadine Kolodziey und Ingo Offermanns. Die Ausstellung möchte zeigen, dass Demokratie nicht nur verwaltet, sondern auch gestaltet wird – und lädt dazu ein, sich diesen Gestaltungsprozess gemeinsam anzueignen.

Re-De-Re (Redesigning Democratic Representation) ist ein Projekt der Hochschule für bildende Künste Hamburg und der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, gefördert durch die VolkswagenStiftung.

Kurator: Friedrich von Borries

Ausstellungsgestaltung: Friedrich von Borries und Philipp Cartier

Ausstellungsgrafik: Gihong “Kiki” Park

Wissenschaftliches Team: Sven T. Siefken, Friedrich von Borries, Juliane Baruck, Philipp Cartier

Beteiligte Künstler:innen und Designer:innen:
Rozbeh Asmani, Uri Barnea, Moritz Bendl, Nehora Chajes, Maciej Chmara, Kadijatou Dahaba, Neta Magda Dror, Petra Esveld, Caine Förster, Agata Germain, Gestaltungszentrale Politik, Santiago Gomez, Esra Gülmen, Juan Guse, Jianping He, Jarek Kozakiewicz, Nadine Kolodziey, Pauli Muszi, Itay Noy, Ingo Offermanns, Krzysztof Oleksiak, Stanislaw Orlowski, Daniel Afriyie Owusu, Oxa, Haim Parzon, Peter Post, Emma Rahe, Anja Rosinke, Kaj Schlicht


Kalender

Adler, Orden, Wahlurne. Redesigning Democratic Representation

  • Ohne Anmeldung. Eintritt frei.