AusstellungenOn Display Wie Grafikdesign uns gestaltet

21. August – 8. November 2026

Pressekonferenz: Donnerstag, 20. August 2026, 11 Uhr
Eröffnung: Donnerstag, 20. August 2026, 19 Uhr

Aufgeschlagenes Buch mit rotem Fließtext auf weißem Hintergrund auf der linken Seite und einer Illustration mit Text auf grünem Hintergrund auf der rechten Seite.
Foto: Anja Kaiser, Rebecca Stephany, „Glossary of Undisciplined Design“, Leipzig: Spector Books, 2024 © Anja Kaiser, Rebecca Stephany

Grafikdesign ist allgegenwärtig. Ob Lebensmittelverpackungen, digitale Interfaces auf unseren Smartphones oder Werbeflächen und Leitsysteme im öffentlichen Raum – alles, was uns an visuellen Medien umgibt, ist grafisch gestaltet und intendiert eine Wirkung. So prägt Grafikdesign, wie wir wahrnehmen, verstehen, fühlen und handeln – oft ohne, dass wir uns dessen bewusst sind. Anhand der gestalterischen Positionen von Robin Coenen und Danielle Rosales, Aline Bavier und Sophia Becker sowie Anja Kaiser und Rebecca Stephany untersucht die Ausstellung On Display. Wie Grafikdesign uns gestaltet die gesellschaftliche Dimension von Grafikdesign und fragt nach seiner Wirkmacht in Zeiten politischer, technologischer und sozialer Umbrüche.

Die Darstellung von Informationen beeinflusst, was wir wissen – oder zu wissen glauben. Zahlen, Daten und Fakten sind kein formloses Material, sondern immer auf eine bestimmte Art und Weise gestaltet. Und alles, was gestaltet ist, könnte immer auch anders gestaltet sein. Damit ist jede gestalterische Entscheidung immer auch eine inhaltliche. Unter dem Titel Design Macht Wissen untersuchen Robin Coenen und Danielle Rosales, wie Grafikdesign Wissen formt und vermittelt und welche Machtverhältnisse dadurch entstehen.

Auch die Werkzeuge, mit denen wir gestalten, sind nicht neutral. Die Geschichte des Grafikdesigns ist eng mit technologischem Fortschritt verbunden. Aktuell stößt uns die Entwicklung generativer künstlicher Intelligenz in eine neue Medienrevolution und fordert auch die Disziplin des Grafikdesigns grundlegend heraus. Aline Bavier und Sophia Becker nehmen eine offensive Haltung ein und eignen sich die gestalterischen Mittel dieses technischen Umbruchs an. In ihrer Videoinstallation False Memories verarbeiten sie gemeinsame Kindheits- und Jugenderinnerungen mit Hilfe von generativen Bildmodellen. Medien, Methoden und Werkzeuge werden zu Mitautor:innen unserer Wirklichkeit.

Der Kanon des Grafikdesigns wurde insbesondere im 20. Jahrhundert vom Anspruch geprägt, allgemeingültige Gestaltungsprinzipien zu formulieren. In ihrem Glossary of Undisciplined Design (Glossar des undisziplinierten Gestaltens) machen Anja Kaiser, Rebecca Stephany und weitere Autor:innen deutlich, dass sich die Disziplin ebenso gut als offenes und widersprüchliches – also undiszipliniertes – Feld begreifen lässt, das sein Potenzial in der Zusammenarbeit, der Vielstimmigkeit und der Bereitschaft entfaltet, Gegebenheiten zu hinterfragen.

Mädchen sitzt an einem Tisch mit mehreren Schmetterlingen auf einer weißen Fläche und einem Lampenschirm, auf dem ebenfalls Schmetterlinge sitzen.
Foto: Sophia Becker

Die Ausstellung On Display. Wie Grafikdesign uns gestaltet macht sichtbar, wie Grafikdesign unsere Wirklichkeit formt – und lädt dazu ein, aufgeworfene Fragen weiterzudenken und die gesellschaftliche Verantwortung der Disziplin neu zu verhandeln.

Kurator: Dr. Jonas Deuter


Kalender

On Display. Wie Grafikdesign uns gestaltet

  • Ohne Anmeldung. Eintritt frei.

  • Mit dem Kurator Dr. Jonas Deuter.
    Ohne Anmeldung. Im Eintrittspreis inbegriffen.


Förderer:

Die Ausstellung wird gefördert vom KulturFonds Frankfurt RheinMain.

Die Installation False Memories von Aline Bavier und Sophia Becker wird gefördert durch die Kulturstiftung Liechtenstein.