AusstellungenOn Display Wie Grafikdesign uns gestaltet

21. August – 8. November 2026

Großer Ausstellungsraum mit hängenden weißen Schildern mit schwarzen Schriftzügen wie "Design", "Macht", "Wissen", "Welt", "Systeme", "Gesellschaften" und "Welten" sowie großflächigen Wandinstallationen mit Texten und Bildern.
© Museum Angewandte Kunst, Foto: Günzel/Rademacher
Großer, rechteckiger Rahmen mit zwei gegenüberliegenden Leinwänden, auf denen Videos gezeigt werden, in einem hellen Ausstellungsraum mit Holzboden und Sitzbank mit Kopfhörern.
© Museum Angewandte Kunst, Foto: Günzel/Rademacher
Mehrere bunte, mit Texten und Mustern bedruckte Säulen und hängende Stoffbahnen in einem Ausstellungsraum mit Holzboden und weißen Wänden.
© Museum Angewandte Kunst, Foto: Günzel/Rademacher
Aufgeschlagenes Buch mit rotem Fließtext auf weißem Hintergrund auf der linken Seite und einer Illustration mit Text auf grünem Hintergrund auf der rechten Seite.
Anja Kaiser, Rebecca Stephany, „Glossary of Undisciplined Design“, Leipzig: Spector Books, 2024 © Anja Kaiser, Rebecca Stephany

Grafikdesign ist allgegenwärtig. Ob Lebensmittelverpackungen, digitale Interfaces auf unseren Smartphones oder Werbeflächen und Leitsysteme im öffentlichen Raum – alles, was uns an visuellen Medien umgibt, ist grafisch gestaltet und intendiert eine Wirkung. So prägt Grafikdesign, wie wir wahrnehmen, verstehen, fühlen und handeln – oft ohne, dass wir uns dessen bewusst sind. Anhand der gestalterischen Positionen von Robin Coenen und Danielle Rosales, Aline Bavier und Sophia Becker sowie Anja Kaiser und Rebecca Stephany untersucht die Ausstellung On Display. Wie Grafikdesign uns gestaltet die gesellschaftliche Dimension von Grafikdesign und fragt nach seiner Wirkmacht in Zeiten politischer, technologischer und sozialer Umbrüche.

Die Darstellung von Informationen beeinflusst, was wir wissen – oder zu wissen glauben. Zahlen, Daten und Fakten sind kein formloses Material, sondern immer auf eine bestimmte Art und Weise gestaltet. Und alles, was gestaltet ist, könnte immer auch anders gestaltet sein. Damit ist jede gestalterische Entscheidung immer auch eine inhaltliche. Unter dem Titel Design Macht Wissen untersuchen Robin Coenen und Danielle Rosales, wie Grafikdesign Wissen formt und vermittelt und welche Machtverhältnisse dadurch entstehen.

Auch die Werkzeuge, mit denen wir gestalten, sind nicht neutral. Die Geschichte des Grafikdesigns ist eng mit technologischem Fortschritt verbunden. Aktuell stößt uns die Entwicklung generativer künstlicher Intelligenz in eine neue Medienrevolution und fordert auch die Disziplin des Grafikdesigns grundlegend heraus. Aline Bavier und Sophia Becker nehmen eine offensive Haltung ein und eignen sich die gestalterischen Mittel dieses technischen Umbruchs an. In ihrer Videoinstallation re constructed (re konstruiert) verarbeiten sie gemeinsame Kindheits- und Jugenderinnerungen mit Hilfe von generativen Bildmodellen. Medien, Methoden und Werkzeuge werden zu Mitautor:innen unserer Wirklichkeit.

Der Kanon des Grafikdesigns wurde insbesondere im 20. Jahrhundert vom Anspruch geprägt, allgemeingültige Gestaltungsprinzipien zu formulieren. In ihrem Glossary of Undisciplined Design (Glossar des undisziplinierten Gestaltens) machen Anja Kaiser, Rebecca Stephany und weitere Autor:innen deutlich, dass sich die Disziplin ebenso gut als offenes und widersprüchliches – also undiszipliniertes – Feld begreifen lässt, das sein Potenzial in der Zusammenarbeit, der Vielstimmigkeit und der Bereitschaft entfaltet, Gegebenheiten zu hinterfragen.

Mädchen sitzt an einem Tisch mit mehreren Schmetterlingen auf einer weißen Fläche und einem Lampenschirm, auf dem ebenfalls Schmetterlinge sitzen.
Aline Bavier, Sophia Becker, „re constructed“, 2026, Foto: Sophia Becker

Die Ausstellung On Display. Wie Grafikdesign uns gestaltet macht sichtbar, wie Grafikdesign unsere Wirklichkeit formt – und lädt dazu ein, aufgeworfene Fragen weiterzudenken und die gesellschaftliche Verantwortung der Disziplin neu zu verhandeln.

Kurator: Dr. Jonas Deuter


Workshop zur Ausstellung

Ein junger Mann in weißem Malerkittel sitzt an einem Tisch und liest ein aufgeschlagenes Buch.
Foto: Stefanie Kösling © Museum Angewandte Kunst

Bücher öffnen Welten. Aber für wen?

Inklusiver Workshop zum Bücher machen für Erwachsene mit und ohne Behinderung

Die Gestaltung von Printmedien orientiert sich meist an einer nicht-behinderten Norm. Der Workshop möchte gemeinsam mit behinderten und nicht-behinderten Gestalter:innen und Interessierten neue künstlerische, experimentelle und spielerische Wege von barrieresensibler Buchgestaltung erproben.

Datum: 28. Oktober 2026
Uhrzeit: 17–20 Uhr
Ort: Diskursraum in der Ausstellung On Display. Wie Grafikdesign uns gestaltet
Mit den Gestalterinnen Anna Breit, Pia Heer und Hannah Witte. Sie sind ein Team von behinderten und nicht behinderten Menschen. Sie planen und leiten die Workshops.

Mit Anmeldung unter create.angewandte-kunst@stadt-frankfurt.de oder 069 212 38522.


Kalender

On Display. Wie Grafikdesign uns gestaltet

  • Mit dem Volontär und kuratorischen Assistenten Leon Lukas Plum.
    Ohne Anmeldung. Im Eintrittspreis inbegriffen.

  • Ohne Anmeldung. Im Eintrittspreis inbegriffen.

  • Worum geht es?
    Bücher zeigen uns neue Dinge.
    Sie erzählen Geschichten.
    Wir können viel aus Büchern lernen.

    Aber sind Bücher für alle Menschen gemacht?
    Oft werden Bücher von und für Menschen ohne Behinderung gestaltet.
    Das wollen wir ändern.
    Alle Menschen sollen Bücher gut verstehen können.
    Dafür probieren wir gemeinsam neue Ideen aus.

    Wir gestalten Bücher oder einzelne Seiten. Dafür arbeiten wir mit verschiedenen Materialien. Zum Beispiel:
    • Papier
    • Ton
    • Stoff
    Wir probieren auch verschiedene Techniken aus. Zum Beispiel:
    • Wir drücken Formen in Papier.
    • Wir kleben verschiedene Bilder zusammen.
    • Wir formen Dinge aus Ton.

    Wer kann mitmachen?
    Der Workshop ist für Erwachsene mit und ohne Behinderung.
    Du brauchst keine Erfahrung.
    Du musst nichts mitbringen.
    Wir lernen voneinander.

    Wer macht den Workshop?
    Anna Breit, Pia Heer und Hannah Witte leiten den Workshop.
    Sie arbeiten als Gestalterinnen zusammen.
    Das heißt: Sie entwickeln und gestalten Dinge.
    Das Team besteht aus Menschen mit und ohne Behinderung.

    Wann und wo?
    Termin: 28. Oktober 2026
    Uhrzeit: 17-20 Uhr
    Ort: Museum Angewandte Kunst

    Wie kannst du dich anmelden?
    Schreibe uns eine E-Mail an:
    create.angewandte-kunst@stadt-frankfurt.de
    Oder rufe uns an:
    069 212 38522
    Der Workshop ist kostenlos.

    Wir helfen dir bei der Anreise.
    Wir können dich auch an der U-Bahn-Station Schweizer Platz abholen.
    Sag uns bei der Anmeldung Bescheid, wenn du das möchtest.

  • Ohne Anmeldung. Im Eintrittspreis inbegriffen.

  • Gemeinsam mit den in der Ausstellung vertretenen Gestalter:innen Robin Coenen und Anja Kaiser führt der Kurator Dr. Jonas Deuter ein letztes Mal durch die Ausstellung.
    Ohne Anmeldung. Im Eintrittspreis inbegriffen.


Förderer:

Die Ausstellung wird gefördert vom KulturFonds Frankfurt RheinMain.

Die Installation re constructed von Aline Bavier und Sophia Becker wird gefördert durch die Kulturstiftung Liechtenstein.