AusstellungenWolle. Seide. Widerstand.

7. Februar – 24. Mai 2026

Pressekonferenz: Donnerstag, 5. Februar 2026, 11 Uhr
Eröffnung: Freitag, 6. Februar 2026, 19 Uhr

Grafik/Graphic: Bureau Sandra Doeller © Museum Angewandte Kunst

Mit der Ausstellung Wolle. Seide. Widerstand. widmet sich das Museum Angewandte Kunst nach 45 Jahren erstmals wieder ausschließlich dem Thema Teppich – in einer Zeit, in der sich das große Interesse an handgefertigten Textilien aller Art im Übrigen in einer auffallenden Anzahl an internationalen Ausstellungen widerspiegelt.

Dabei zielt diese Ausstellung darauf ab, Teppiche nicht aus einem stilgeschichtlichen Blickwinkel zu betrachten, sondern sie vielmehr im Interesse einer Entwicklungslinie zu zeigen, die außerhalb einer traditionellen westlichen Teppichforschung steht. Schon der Titel deutet auf neue Fragestellungen hin: Kann etwas Widerständiges in und mit textilen Materialien stattfinden? Und wenn ja, auf welche Weise verkörpern dann gerade Teppiche eine „Ästhetik textilen Widerstands“? Diesbezüglich stehen jene Perspektiven der mit jüngsten Werken aus dem ersten Viertel des 21. Jahrhunderts vertretenen internationalen Künstler:innen im Fokus der Ausstellung, die im Teppich, der zum offenen Kunstobjekt geworden ist, mit unterschiedlichen Aspekten von Widerstand einhergehen.

Kunst in gesellschaftspolitischen Kontexten zu produzieren, bedeutet, sich zu den jeweiligen sozialen Wirklichkeiten ins Verhältnis zu setzen. Das verlangt auch im Umgang mit dem Konzept Widerstand – einem Relationsbegriff – eine eindeutige Positionierung, die klärt, gegen wen oder was sich der Widerstand richtet. In dieser Ausstellung versteht sich Widerstand zunächst als eine Differenzerfahrung, die aufgrund von Subjektivität vielseitige ästhetisch-künstlerische Ausdrucksformen und eine Bandbreite an Inhalten liefert. Im Zuge der hier gezeigten künstlerisch-emanzipatorischen Gestaltung von Teppichen nehmen Themen aus den Bereichen politischer Widerstand, Widerstandskraft (Resilienz), wie auch Widerstandsfähigkeit (Resistenz), individuelle Formen an. So richtet sich der Widerstand etwa gegen als illegitim empfundene Herrschaftsordnungen und Machtausübungen, Traditionalismus, Diskriminierung, Rassismus, Traumata oder Umweltzerstörung.

In der Ausstellung werden ausgewählte Werke folgender Künstler:innen präsentiert:
Faig Ahmed, Diedrick Brackens, Johannah Herr, Jan Kath, Baseera Khan, Alexandra Kehayoglou, William Kentridge, Noelle Mason, Otobong Nkanga, Tobias Rehberger, Erin M. Riley, Tsherin Sherpa, Rose Stach, Nasan Tur und Jeroen van den Bogaert.

Kuratorin: Dr. Katharina Weiler


Begleitprogramm

Öffentliche Führungen

Ohne Voranmeldung. Im Eintrittspreis inbegriffen. Weitere Termine entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungskalender unserer Website.

Sa, 7. Februar, 15 Uhr
War Rugs From America
Mit der Künstlerin Johannah Herr, der Kuratorin Dr. Katharina Weiler und dem Juniorkurator Leon Lukas Plum (EN)

Mi, 25. Februar, 18.30 Uhr
Ornament und Widerstand
Mit der Kuratorin Dr. Katharina Weiler und der Kunsthistorikerin Dr. Eva Linhart

Mi, 11. März, 18.30 Uhr
Mit den Juniorkurator:innen Sofia Simeth und Leon Lukas Plum

Mi, 18. März, 18.30 Uhr
Teppiche und neue Kunstkonzepte zwischen freier und angewandter Kunst
Mit der Kunsthistorikerin Dr. Eva Linhart

Mi, 25. März, 18 Uhr
Mit den Juniorkurator:innen Sofia Simeth und Leon Lukas Plum

So, 12. April, 11 und 15 Uhr
Mit den Juniorkurator:innen Sofia Simeth und Leon Lukas Plum

Mi, 22. April, 18.30 Uhr
Mit der Kuratorin Dr. Katharina Weiler

Mi, 29. April, 18.30 Uhr
Mit den Juniorkurator:innen Sofia Simeth und Leon Lukas Plum

So, 17. Mai, 15 Uhr
Wolle, Werte, Widerstände: zeitgenössische Teppiche zwischen Kunstmarkt und Weltpolitik
Mit dem Kunsthistoriker Francesco Colli

So, 24. Mai, 15 Uhr
Finissage
Mit der Kuratorin Dr. Katharina Weiler

Haptischer Rundgang für Blinde Menschen, Menschen mit Sehbehinderung und Sehende

Mit Lilian Korner, Blinde:r Kunstwissenschaftler:in und Inklusionsaktivist:in und der Kunstvermittlerin Linda Gottwald.
Im Ausstellungsticket inbegriffen, Infos und Voranmeldung unter create.angewandte-kunst@stadt-frankfurt.de oder 069/212 38522

Nach Bedarf unterstützen wir Sie bei Ihrer Anreiseplanung und holen Sie an der U-Bahn-Station „Schweizer Platz“ ab. Absprachen können im Rahmen der Voranmeldung getroffen werden.

Termine
Mi, 18. Februar, 18–19.30 Uhr
So, 12. April, 13.30–15 Uhr
Mi, 13. Mai, 18–19.30 Uhr

Veranstaltungen

Mi, 25. März, 19 Uhr
Öffentliche Katalogvorstellung
Mit den Autor:innen und der Grafikdesignerin Sandra Doeller
Ohne Voranmeldung.

So, 12. April, 11–16 Uhr
Thementag im Rahmen der Europäischen Tage des Kunsthandwerks
Workshops und Führungen für Kinder ab 4 Jahren, Familien und Erwachsene.
U. a. Juniorkurator:innenführungen, haptischer Rundgang für Blinde Menschen, Menschen mit Sehbehinderung und Sehende; Textilworkshop mit der Schneiderwerkstatt Stitch by Stitch.
Im Ausstellungsticket inbegriffen, Voranmeldung nur für den haptischen Rundgang erforderlich.

Mi, 15. April, 19 Uhr
Spoken Word Performance
Mit Dalibor Marković
5 EUR, ohne Voranmeldung.

Sa, 25. April, ab 19 Uhr
Nacht der Museen 2026
Kurzführungen und Walk-in-Workshop
Im Veranstaltungsticket der Nacht der Museen inbegriffen, ohne Voranmeldung.

Mi, 6. Mai, 19 Uhr
„Wir weben, wir weben!“ Wie Weben zum Inbegriff des politischen Widerstands wurde
Vortrag von Prof. Dr. Christopher Daase, Goethe-Universität Frankfurt
5 EUR, ohne Voranmeldung.

Foto/Photo: Schneiderwerkstatt Stitch by Stitch

Workshops für Erwachsene

Sa, 7. März, 14–17 Uhr
Knüpfen mit Sanchir Kath, Jan Kath Design GmbH
Infos und Voranmeldung unter create.angewandte-kunst@stadt-frankfurt.de oder 069/212 38522
24 EUR Workshopgebühr

Sanchir Kath, der Sohn von Jan Kath, wird den Knüpfwortshop leiten. Er hat Produktdesign in Kassel studiert. Im Rahmen seines Studiums verbrachte er mehrere Monate in Nepal, wo er in den Manufakturen in Kathmandu das traditionelle Handknüpfen von Teppichen erlernte. Dieses Wissen stellt ein besonderes Plus dar, da Sanchir nicht nur entwirft, sondern auch bis ins Detail versteht, wie seine Designs handwerklich umgesetzt werden. Er gibt zunächst eine kurze Einführung in die Materialkunde: Verwendet werden Wolle, Seide und Brennnesselfasern. Alle Materialien werden – ganz im Sinne einer jahrhundertealten Tradition – vollständig von Hand verarbeitet: Die Wolle wird von Hand gekämmt, von Hand gesponnen und anschließend von Hand geknüpft.

Im Workshop sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aktiv eingebunden. Sie lernen, wie man Teppiche knüpft, und erleben unmittelbar, wie ein Teppich Knoten für Knoten, Reihe für Reihe wächst. Sanchir zeigt Schritt für Schritt den Knüpfprozess und begleitet die Teilnehmenden dabei praktisch.
Gearbeitet wird mit dem tibetischen Knoten, einer traditionellen Knüpftechnik.

Zum Hintergrund: Tibetische Flüchtlinge kamen einst aus China nach Kathmandu und ließen sich rund um die buddhistische Stupa nieder, wo sie ihr Handwerk weiterführten und bewahrten. In unmittelbarer Nähe dieser Stupa befindet sich heute die Jan-Kath-Manufaktur sowie das Jan-Kath-Rug-and-Art-Center, das eng mit dieser handwerklichen Tradition verbunden ist.

Foto/Photo: Jan Kath Design GmbH

Sa, 18. und So, 19. April, jeweils 10–15 Uhr
Tuften mit Jia Write (2-tägig)
Infos und Voranmeldung unter create.angewandte-kunst@stadt-frankfurt.de oder 069/212 38522
96 EUR Workshopgebühr

LOOMCYCLE Ein mobiler Webstuhl zum gemeinschaftlichen Weben als symbolischer Akt der Teilhabe und Beteiligung

Wie stellen wir uns Museen in der Zukunft vor? Was passiert, wenn Menschen nicht ins Museum gehen, sondern das Museum zu den Menschen kommt – mit einem mobilen Webstuhl, der als Sinnbild für Verbindung, gemeinsames Gestalten und Teilhabe steht?

Von Februar bis Mai 2026 fährt das LOOMCYCLE („Loom“ englisch für „Webstuhl“) von raumlaborberlin durch Frankfurter Stadtteile. Es macht an Orten und bei Veranstaltungen Halt, an denen Menschen zusammenkommen und neue Verbindungen entstehen. In Stadtteilzentren, auf Marktplätzen und Nachbarschaftsfesten laden wir gemeinsam mit lokalen Akteur:innen und Partnerinstitutionen ein, mitzuwirken – zu weben, ins Gespräch zu kommen und Gestaltung als gemeinschaftlichen, demokratischen Prozess zu erleben.

Dabei geht es nicht nur um Kunsthandwerk, sondern auch um Begegnung, Austausch und die Erfahrung, gemeinsam etwas Kreatives zu schaffen. Mit dem Projekt möchten wir neue Zugänge zur Kultur eröffnen, Menschen für künstlerische Prozesse begeistern und langfristige Beziehungen zwischen dem Museum und den Stadtteilen und ihren Gemeinschaften wachsen lassen.

Termine im Museum

  • Sa., 14. Februar, 15-18 Uhr
    Auftakt mit dem Initiator und Künstler Francesco Apuzzo, raumlaborberlin
  • So., 15. Februar, 11-14 Uhr
    Auftakt mit dem Initiator und Künstler Francesco Apuzzo, raumlaborberlin
  • So., 1. März, 11.30-14.30 Uhr
  • So., 15. März, 11.30-14.30 Uhr
  • So., 29. März, 11.30-14.30 Uhr
  • So., 12. April, 11-16 Uhr
    Thementag im Rahmen der Europäischen Tage des Kunsthandwerks mit Workshops und Führungen für Kinder ab 4 Jahren, Familien und Erwachsene
  • Sa., 25. April, 19-22 Uhr
    Nacht der Museen
  • So., 3. Mai, 11.30-14.30 Uhr
  • So., 17. Mai ab 14 Uhr
    Abschluss mit einem gemeinsamen Community Picknick auf und um den gewebten Teppich
Foto/Photo: raumlaborberlin

Förderer

Medienpartner


Kalender

Wolle. Seide. Widerstand.

  • Ohne Anmeldung. Eintritt frei.

  • Führung zum Thema War Rugs From America mit der Künstlerin Johannah Herr, der Kuratorin Dr. Katharina Weiler und dem Juniorkurator Leon Plum.

    Ohne Anmeldung. Im Eintrittspreis inbegriffen.
    Die Führung findet in englischer Sprache statt.

  • Ohne Anmeldung. Im Eintrittspreis inbegriffen.

  • LOOMCYCLE – benannt nach dem englischen Wort „loom“ für Webstuhl – ist ein Projekt des Berliner Kollektivs raumlaborberlin und Teil des Vermittlungsprogramms zur Ausstellung Wolle. Seide. Widerstand. (7. Februar bis 24. Mai 2026) sowie des Programms der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 im Museum Angewandte Kunst.

    Von Februar bis Mai 2026 fährt das LOOMCYCLE („Loom“ englisch für „Webstuhl“) von raumlaborberlin durch Frankfurter Stadtteile. Es macht an Orten und bei Veranstaltungen Halt, an denen Menschen zusammenkommen und neue Verbindungen entstehen. In Stadtteilzentren, auf Marktplätzen und Nachbarschaftsfesten laden wir gemeinsam mit lokalen Akteur:innen und Partnerinstitutionen ein, mitzuwirken – zu weben, ins Gespräch zu kommen und Gestaltung als gemeinschaftlichen, demokratischen Prozess zu erleben.

    Dabei geht es nicht nur um Kunsthandwerk, sondern auch um Begegnung, Austausch und die Erfahrung, gemeinsam etwas Kreatives zu schaffen. Mit dem Projekt möchten wir neue Zugänge zur Kultur eröffnen, Menschen für künstlerische Prozesse begeistern und langfristige Beziehungen zwischen dem Museum und den Stadtteilen und ihren Gemeinschaften wachsen lassen.

    Auftakt mit dem Initiator und Künstler Francesco Apuzzo, raumlaborberlin im Museum Angewandte Kunst.

    Ohne Anmeldung. Im Eintrittspreis inbegriffen.

  • LOOMCYCLE – benannt nach dem englischen Wort „loom“ für Webstuhl – ist ein Projekt des Berliner Kollektivs raumlaborberlin und Teil des Vermittlungsprogramms zur Ausstellung Wolle. Seide. Widerstand. (7. Februar bis 24. Mai 2026) sowie des Programms der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 im Museum Angewandte Kunst.

    Von Februar bis Mai 2026 fährt das LOOMCYCLE („Loom“ englisch für „Webstuhl“) von raumlaborberlin durch Frankfurter Stadtteile. Es macht an Orten und bei Veranstaltungen Halt, an denen Menschen zusammenkommen und neue Verbindungen entstehen. In Stadtteilzentren, auf Marktplätzen und Nachbarschaftsfesten laden wir gemeinsam mit lokalen Akteur:innen und Partnerinstitutionen ein, mitzuwirken – zu weben, ins Gespräch zu kommen und Gestaltung als gemeinschaftlichen, demokratischen Prozess zu erleben.

    Dabei geht es nicht nur um Kunsthandwerk, sondern auch um Begegnung, Austausch und die Erfahrung, gemeinsam etwas Kreatives zu schaffen. Mit dem Projekt möchten wir neue Zugänge zur Kultur eröffnen, Menschen für künstlerische Prozesse begeistern und langfristige Beziehungen zwischen dem Museum und den Stadtteilen und ihren Gemeinschaften wachsen lassen.

    Auftakt mit dem Initiator und Künstler Francesco Apuzzo, raumlaborberlin im Museum Angewandte Kunst.

    Ohne Anmeldung. Im Eintrittspreis inbegriffen.

  • Mit Lilian Korner, Blinde:r Kunstwissenschaftler:in und Inklusionsaktivistin:in und der Kunstvermittlerin Linda Gottwald.

    Im Eintrittspreis inbegriffen. Infos und Voranmeldung unter create.angewandte-kunst@stadt-frankfurt.de oder 069 212 38522.

    Nach Bedarf unterstützen wir Sie bei Ihrer Anreiseplanung oder holen Sie an der U-Bahn-Station „Schweitzer Platz“ ab. Absprachen können im Rahmen der Voranmeldung getroffen werden.

  • Ohne Anmeldung. Im Eintrittspreis inbegriffen.

  • Führung zum Thema Ornament und Widerstand mit der Kuratorin Dr. Katharina Weiler und der Kunsthistorikerin Dr. Eva Linhart.

    Ohne Anmeldung. Im Eintrittspreis inbegriffen.

Weitere Hinweise