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Gemeinsam philosophisch dinieren 12 Menüs zur Lebenskunst des bewussten Essens

„Die Welt ist nichts ohne Leben. Was lebt, ißt.“ – Jean Anthèleme Brillat-Savarin

Essen und Kochen als praktische Lebenskünste: Jeden dritten Mittwoch des Monats lud das Museum Angewandte Kunst zum Speisen und Nachdenken ein.

Gemeinsam philosophisch dinieren. 12 Menüs zur Lebenskunst des bewussten Essens verband eine unterhaltsame Tischrunde mit dem Nachdenken über die Facetten und Bedeutungen des Essens. In dieser Veranstaltungsreihe boten der kulinarische Philosoph Leon Joskowitz und der Koch Ronny Bolz exquisite Menüs zu folgenden Fragen an:
Was ist gutes Leben? Was und wie essen wir? Wie steht es um unsere Ernährung und wie bereiten wir unsere Lebensmittel so zu, dass sie sich sowohl schmackhaft als auch wirkungsvoll entfalten?

An zwölf aufeinander aufbauenden Abenden luden Leon Joskowitz und Ronny Bolz jeweils zu drei Gängen in das Museum ein. Gemeinsam mit 10 Gästen fragten sie nach der Qualität und dem Wert des Essens und verknüpfen diese Fragen mit den weltanschaulichen Aspekten von Ernährung.

Zu Beginn eines jeden Abends stand ein ernährungs-philosophischer Denkanstoß, der durch ein Getränk und die Vorspeise sinnlich wurde und durch Joskowitz und Bolz im Dialog zwischen Theorie und Praxis bei Hauptspeise und Dessert seine Fortsetzung fand. Die „Gastrosophie“ von Joskowitz und Bolz verband das Wissen um Kulturtheorie, Ernährungsphysiologie und praktische Lebenskunst an einem Abend. Dabei verstehen sie Leben als eine Symbiose von Mensch, Tier und Natur, als einen Kreislauf und eine Bewegung.

Zu jedem Menü vermitteltn die zwei Gastgeber dieses Wissen um die Zusammenhänge von Nährstoffen, saisonale Produkte und die Bedeutung des gemeinsamen Speisens für die menschliche Kultur, um in diesem Kreislauf möglichst nachhaltig und köstlich zu speisen.

Die Gespräche handelten zunächst von der Wirkung der Makronährstoffe, Aminosäuren und der Funktion unserer Organe, um überzugehen zu den allgemeineren Fragen nach der kulturhistorischen wie auch praktischen Herkunft von Lebensmitteln, die schließlich in ein philosophisches Resümee über das gute Leben mündeten.

In welchen Kategorien kann man über den Sinn von Essen nachdenken? Wie steht es um die Nachvollziehbarkeit der Produktionsbedingungen unserer Nahrungsmittel? Welchen Einfluss hat die industrielle Landwirtschaft auf die Umwelt und ihre Produkte auf unsere Ernährung? Was ist Permakultur und wie bereiten wir unsere Nahrung so zu, dass sie sich sowohl schmackhaft als auch wirkungsvoll entfaltet?

Darüber hinaus war es der Anspruch des Gemeinsam philosophisch dinieren, zur grundlegenden Orientierung in der unübersichtlichen Welt der Lebensmittel beizutragen, einen aufmerksamen und kompetenten Zugang zum bewussten Kochen zu stärken und das Herstellen von Speisen als wichtiges Kulturgut und grundlegende Kulturtechnik zu begreifen. Ein jeder Gast konnte dabei seine Fragen und eigenes Wissen in den Diskurs des Abends einbringen.