Ausstellungen

Mythos Handwerk Zwischen Ideal und Alltag

29. April – 11. September 2022

© Sarah Mistura

Die Ausstellung Mythos Handwerk. Zwischen Ideal und Altag ist bis zum 6. Januar 2025 im vorarlberg museum in Bregenz zu sehen.

Für ein Handwerk braucht es Hände, Material und Werkzeug. Was soll daran mythisch sein? In der Ausstellung geht es um Gefühle und Werte, die man gemeinhin mit dem Handwerk verbindet – Ehrlichkeit, Regionalität, Qualität. Und um Zuschreibungen an Produkte und die Könnerschaft ihrer Hersteller:innen, die für Regionen sogar identitätsstiftend werden können. Die Schau mit vielen Objekten und Interviews richtet sich an alle, die sich fürs Handwerk interessieren oder einen der zahlreichen Berufe erlernen wollen. Denn viele Fragen kreisen um die Zukunft des Handwerks im Zeitalter der Digitalisierung. Im Jahr 2025 wird die Ausstellung nach Dresden wandern, wo sie im Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden zu sehen sein wird.


Bühne Mythos Handwerk
Visual: Great Design Studio

Die Ausstellung Mythos Handwerk. Zwischen Ideal und Alltag legt den Fokus auf die universellen Werte und Botschaften, die in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit dem Handwerk verbunden werden.

Dabei entblößt die Schau sowohl Romantisierungen als auch Ideologien und zeigt auf, welche Gefühle und Affekte, Vorstellungen und Wünsche rund um das handwerklich hergestellte Objekt an das Individuum und die Gesellschaft transportiert werden. Die Ausstellung umfasst dabei eine Fülle von Objekten, Filmen, Bildern, Fotografien und Kunstwerken und entstand in Kooperation mit dem Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden und dem vorarlberg museum in Bregenz.

Mythos Handwerk gliedert sich in sechs Ausstellungs-Cluster: Einzelstück/Serie, Hand/Kopf, Lokal/Global, Luxus/Notwendigkeit, Meisterschaft/Werkelei und Tradition/Fortschritt. Hier können sich Besucher:innen unter anderem mit folgenden Fragestellungen auseinandersetzen: Ist Handwerk immer einzigartig? Ist das Handwerk oder Design? Wie viel Kopfarbeit steckt im Handwerk? Schafft Handwerk Identität? Schafft Handwerk Heimat? Was macht Handwerk zu Luxus? Was unterscheidet Profis von Laien? Wie viel Neues steckt im Alten? Viele Fragen zum Handwerk durchziehen die Ausstellung, tauchen in den Interviews auf, die die Kuratorinnen mit Handwerker:innen unterschiedlicher Branchen und Regionen führten und werden vertieft im Katalog zur Ausstellung. Sie sind ein Leitmotiv des gesamten Projekts und entstehen aus der Intention heraus, vielfältige Antworten auf die Frage nach der Zukunft des Handwerks zu finden.

Ein weiteres Element ist der HandWERKRaum inmitten der Ausstellung, in dem Besucher:innen die Möglichkeit haben, selbst aktiv zu werden. Sechs Stationen laden ein, durch Zeichnen, Konstruieren, Flechten, Bauen, Messen und Stöbern Kernkompetenzen des Handwerks zu entdecken und auszuprobieren. Es können eigene Ideen entwickelt und mit anderen an einer Pinnwand geteilt werden.

Mit Objekten aus zahlreichen Sammlungen und Unternehmen wie: Berlinische Galerie, Deutsches Historisches Museum, Sammlung zeitgenössische Kunst der Bundesrepublik Deutschland sowie Vincent Systems GmbH, BraunGmbH, Werkraum Bregenzerwald, Freitag lab. Ag und Mono GmbH

Mit Werken von: Blixa Bargeld, Olivier van Herpt, Olaf Holzapfel, Sofia Hultén, Hella Jongerius, Abir Kobeissi, Bele Marx & Gilles Mussard, Jens Risch, August Sander, TSATSAS, Heidi Vogel-Hennig, Donata Wenders und Babette Wiezorek

Kuratorinnen: Grit Weber (Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main), Kerstin Stöver und Ute Thomas (Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden) sowie Theresia Anwander (vorarlberg museum, Bregenz)

Zur Ausstellung ist im Verlag für moderne Kunst ein umfangreicher Katalog erschienen. Mit dem gesammelten Wissen dreier Museen – Museum Angewandte Kunst, Staatliche Kunstsammlungen Dresden und vorarlberg museum Bregenz – spüren Autor:innen unterschiedlicher Professionen in differenzierten Beiträgen dem handwerklichen Mythos in all seinen Facetten nach. Sie beleuchten fachkundig und abwechslungsreich Aspekte des Handwerks.

Der Katalog kostet 24 Euro und ist an der Museumskasse erhältlich.

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