Kalender

Programm im Februar

01. Februar - 29. Februar 2020

In einer Zeit des rasanten technologischen Wandels, in einer Welt des fortschreitenden Populismus, der Irrungen und Wirrungen zwischen Lüge und Aufklärung sowie der Angst vor Kriegen und Klimakatastrophen hat das Potenzial, das im individuellen Wünschen liegt, besondere Beachtung verdient. Denn die Veränderung von Missständen fängt nicht mit angeeignetem Wissen oder bestimmten Fähigkeiten an, sondern zu allererst mit dem Wunsch, etwas verändern zu wollen. Deshalb lädt das Museum Angewandte Kunst mit der Ausstellung Ingrid Godon. Ich wünschte in einen Möglichkeitsraum ein, der nicht nur das Potenzial birgt, über die eigenen Wünsche zu reflektieren, sondern mit den geschaffenen Atmosphären zur Diskussion und Teilhabe animieren möchte.

Die ausgewählten Illustrationen der international renommierten Künstlerin Ingrid Godon dienen als Ausgangspunkt für diese Reflexion; sie zeigen sich mal überlebensgroß, mal winzig klein. Zusammen mit Texten des vielfach ausgezeichneten Lyrikers Toon Tellegen öffnen Godons Bilder von Gesichtern ernster Kinder, wehmütiger Männer und nachdenklicher Frauen eine Tür für unsere Imagination. Zwischen den Wandillustrationen und Originalen der belgischen Künstlerin lädt außerdem ein Angebot an Musik, Performances und Workshops die Besucher*innen jeden Alters zum sinnlichen Erleben, Verweilen und Wandeln ein. Das gesamte Museum präsentiert sich als lebendiges und pulsierendes, aber auch stilles und kontemplatives Open House.

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Yacht

YACHT (ein Akronym für “Young Americans Challenging High Technology”) sind Claire L. Evans, Jona Bechtolt und Rob Kieswetter. Für ihre neueste LP Chain Tripping erfand das Trio eine eigene Arbeitsmethode an der Schnittstelle von DIY und Hightech: Mit Hilfe neuronaler Netze generierten sie musikalische Rohdaten aus ihrer bisherigen Arbeit, die sie zu neuen Songs arrangierten, die sie dann einübten, aufführten und live aufnahmen. Anstatt sich auf ein einziges Werkzeug zu verlassen, brachten sie mehrere verschiedene KI-Prozesse zusammen: Textgenerierung (Char-RNN), Latenzrauminterpolation, Rohaudioerzeugung (SampleRNN) und einen “neuronalen Synthesizer” namens NSynth. Inspiriert wurden sie durch die lange Geschichte der generativen Komposition, von William S. Burroughs’ Cut-Up-Schrift bis hin zu David Bowies eigens entwickelter “Verbasizer”-Software aus den 90er Jahren.
https://soundcloud.com/yacht

Eintritt: 15 Euro, Tickets hier erhältlich

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Cedric Dekowski ist dem Frankfurter Publikum vor allem als Gründer des Labels und der Partyreihe HardWorkSoftDrink bekannt. Als Produzent elektronischer Musik hat er ein besonderes Faible für modulare Synthesizer. Den Besucher*innen des Museum Angewandte Kunst gibt er einen interaktiven Einblick in die wunderbare, verschrobene Welt der analogen elektronischen Sounds.
https://soundcloud.com/c-dric-dekowski

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Als Antwort auf die Ausstellung Ingrid Godon. Ich wünschte bietet die international tätige Tänzerin und Choreografin Elisabeth Schilling einen Tanz- und Performance-Workshop im Museum Angewandte Kunst an. Kreative und körperliche Übungen führen in die grundlegenden Ansätze des zeitgenössischen Tanzes ein und laden die Teilnehmer*innen ein, ihre eigene individuelle und kreative Identität als Ausgangspunkt zu nutzen. Auf Wunsch kann eine öffentliche Aufführung der erarbeiteten Sequenzen in der Ausstellung organisiert werden. Eine Teilnahme daran ist freiwillig.

Workshop-Gebühr: 29 Euro. Weitere Informationen und Anmeldung unter 069 212 38522 oder create.angewandte-kunst@stadt-frankfurt.de

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Anlässlich der Ausstellung Ingrid Godon. Ich wünschte und der damit verknüpften Veranstaltungsreihe OPEN HOUSE hat sich Koch Anton de Bruyn etwas Besonderes für die Räume des Museum Angewandte Kunst einfallen lassen. In einer elf Meter breiten Installation, die aus zwei konzentrischen Kreisen besteht, schlägt er sein temporäres EL BARRIO Gasthaus auf. Während im inneren Ring die Küche installiert ist, sitzen die Gäste an der großen runden Tafel des Außenkreises. Näher zu Küche geht es nicht. Der Küchenchef hat gleich zwei junge Köche aus dem Rhein-Main-Gebiet eingeladen, um diese ungewöhnliche Location gemeinsam mit ihm zu bespielen. Den Anfang macht Dennis Aukili, der in Frankfurt an zwei erfolgreichen Restaurants beteiligt ist, dem Chairs in Bornheim und Mehlwassersalz im Museum MMK für Moderne Kunst. Paul Schmiel, Chefkoch des Pankratiushof, einem innovativen Familienunternehmen in fünfter Generation, kocht am zweiten Abend des Gasthauses. Am 11. März steht dann Anton de Bruyn selbst hinter dem Herd.

Menü:
8 Gänge 89€; Getränkebegleitung der Weinhandlung Cool Climate 49€

Architektur:
Sabina Eivazova und Uwe Fischer

Ticket-VVK

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Frauen im Jazz – Eine Studie über das Verschwinden

Thomas Meinecke bringt Schallplatten von Jazz-Musikerinnen aus den 1940er bis 1970er Jahren mit ins Museum Angewandte Kunst und erzählt ihre Geschichten. Darin beschreibt er unter anderem die Frustration von Musikerinnen, die in einem patriarchalen System der Künste kaum vorkommen oder verschwinden. In seinem Vortrag und im anschließenden EL BARRIO Barabend wird Thomas Meinecke auf grandiose Aufnahmen von Mary Lou Williams über Jutta Hipp und Alice Coltrane bis zu Dorothy Ashby und Patrice Rushen zurückgreifen.

Die britische Sängerin und Rapperin Maya Arulpragasam (M.I.A.) fand nach ihrem Studium am Londoner Saint Martins College of Art schließlich über Umwege ihren Weg zur Musik. Für seinen Dokumentarfilm Matangi-Maya-M.I.A. konnte Regisseur Steve Loveridge auf ihr privates Filmarchiv zurückgreifen. Aus Home-Movies, Handyvideos, Musikclips, Interviewpassagen und Off-Kommentaren schuf er ein intimes Porträt der eigensinnigen Musikerin.
OmU, 96 Min. (Großbritannien 2018)

8 Euro, Ausstellungsticket inbegriffen, Tickets hier erhältlich

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Seit den 90er Jahren hat sich der Frankfurter Musikproduzent KABUKI einen weltweiten Ruf als Drum ‘n’ Bass-DJ erarbeitet. Durch seine Produktionen, die weit über dieses Genre hinausgehen und neben Jungle und UK Bass auch Hip Hop-Tracks beinhalten, hat er eine Liebe zu modularen Synthesizern entwickelt. Der Beat-Wissenschaftler KABUKI kommt ins Museum Angewandte Kunst, um das Publikum an dieser Faszination teilhaben zu lassen.
https://soundcloud.com/iamkabuki

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In Zusammenarbeit mit Heiner Blum (Hochschule für Gestaltung Offenbach) präsentiert Robert Johnson Theorie regelmäßig Vorträge rund um Clubkultur, Produktion und Rezeption elektronischer Musik, dargeboten durch Musiker, DJs, Autor*innen und weitere fachkundige Gäste. An diesem Abend sprechen sie mit Suzanne Ciani über ihre langjährige Praxis.

Konzert von Suzanne Ciani ab 22 Uhr
Suzanne Ciani ist eine fünfmal für den Grammy nominierte Komponistin, Pionierin der elektronischen Musik und neoklassische Aufnahmekünstlerin, deren Musikstücke in zahlreichen Werbespots, Videospielen und Spielfilmen zu hören sind. Im Laufe ihrer mehr als 40 Jahre langen Karriere veröffentlichte sie 16 Soloalben, darunter Seven Waves, The Velocity of Love und zuletzt ihr Comeback mit der Aufnahme ihrer Performance Quadraphonic Buchla Modular Synth. Sie wurde vom Keyboard Magazine als “New Age Keyboardist of the Year” ausgezeichnet und zusammen mit anderen Synth-Stars wie Bob Moog, Don Buchla und Dave Smith in die Hall of Fame des Keyboard Magazine aufgenommen. Sie hat die Stimme und den Sound für Ballys bahnbrechenden “Xenon” – Flipper geliefert, Coca-Colas Pop-and-Pour-Sound kreiert, Ataris Soundlogo entworfen, Konzerte auf der ganzen Welt gespielt und sich einen Platz als eine der kreativsten Komponistinnen der Welt geschaffen.
https://soundcloud.com/suzanneciani

29 Euro, Ausstellungsticket inbegriffen. Tickets hier erhältlich

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EL BARRIO lädt zur Clubnacht ins Museum Angewandte Kunst! Tama Sumo ist Resident in der legendären Berliner Panorama Bar und für ihre eklektischen DJ Sets bekannt, in denen sie sich fließend zwischen House, Techno, Disco, Afrobeat und Soul hin und her bewegt. Seit vielen Jahren veröffentlicht sie regelmäßig herausragende Mixe auf allen tonangebenden Plattformen, u.a. auf Ostgut Ton, Resident Advisor und Boiler Room. Den Abend eröffnet local hero und EL BARRIO-family member Aziesch (AMP, Robert Johnson).
https://soundcloud.com/aziesch
https://soundcloud.com/tama-sumo

Eintritt: 15 Euro (für Konzertbesucher*innen kostenlos), Tickets hier erhältlich

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An zwei Samstagen wird die Spannung, die sich nach den ersten beiden ereignisreichen Wochen im Museum Angewandte Kunst angesammelt hat, bei Music for Meditation aufgelöst, um Platz für neue Erlebnisse zu schaffen. Langsame und tragende musikalische Bewegungen kreieren eine Atmosphäre des Friedens und der Ruhe. Strukturierte Improvisationen unterschiedlicher Künstler*innen unter der Leitung von Lorenzo Dolce rufen tiefe emotionale Empfindungen hervor und beeinflussen das Bewusstsein und Gefühl aller Anwesenden auf eine positive und sanfte Art und Weise.

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Im Erdgeschoss des Museum Angewandte Kunst bieten Musikliebhaber und ausgewählte Plattenläden neben den Platten der Stilrichtungen Jazz, Soul, elektronische Musik und zeitgenössische Musik auch Sammlerstücke und Sonderpressungen, preiswerte gebrauchte Scheiben und aktuelle Neuerscheinungen zum Verkauf oder Tausch an. Wer sich am Plattenflohmarkt beteiligen will, kann sich bis zum 22. Februar 2020 anmelden bei maria@jazzmontez.de.

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Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind im Create Space eingeladen, mit unterschiedlichen Materialien wie Tuschestiften, Ölpastellkreiden und Graphit zu experimentieren und mit der Unterstützung von Illustratorin Laura Jil Fugger vielfältige Mal- und Zeichenstile auszuprobieren. Welche Wünsche und Visionen haben wir für unsere Stadt und unseren Lebensraum? Gezeichnet kommen wir ihnen um einiges näher und der Inspiration auf die Spur.

Ohne Anmeldung.

Sängerin und Komponistin Leona Berlin reißt ihr Publikum mit atmosphärisch dichtem Alternative-Soul und ihrer offenen, geradlinigen und authentischen Art mit. In ihren Texten spielen gesellschaftliche und spirituelle Fragestellungen eine wichtige Rolle. Zusammen mit dem Berliner Drummer und Musikproduzenten Magro am Schlagzeug, dem Pianisten Martin Lüdicke am Keyboard und dem Tänzer Taner Van Kuren, Alumni der renommierten Juilliard School in New York, sorgt sie für einen emotional aufgeladenen Abend.

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Chromatic Drift von Kabuki erforscht die Verwandtschaften zwischen rhythmischen Zyklen und spektralen Frequenzen. Mit Hilfe von drei Plattenspielern, die in jeweils unterschiedlichen Geschwindigkeiten laufen, werden nicht-zyklische Patterns generiert, die als Basis für generative Kompositionen dienen. Der spektrale Charakter der einzelnen Melodien wird wiederum in eine bestimmte Lichtstimmung übersetzt, und bietet den Besucher*innen ein multi-sensorisches – visuelles sowie akustisches – Erlebnis der besonderen Art.

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Das opencreek hotel lädt im Rahmen der Ausstellung Ingrid Godon. Ich wünschte zu einem Abend in drei Akten ein: Nach mehreren performativen Erkundungen der Räume und Flure des Museum Angewandte Kunst, in denen eigene Auseinandersetzungen mit dem Sich Wünschen performativ ausgehandelt werden, findet im zweiten Teil eine Shownight statt, die eine Bühne für jegliche Formen der Unterhaltung und Darbietungen eröffnet. Widersprüche, Illusionen und Verführungen sind leitgebende Töne, die den Rhythmus des Aufenthalts im opencreek hotel angeben. Das vierstündige Programm mündet in einer Party, in der DJs aus dem opencreek hotel und ihre Freund*innen bis in die frühen Morgenstunden ein musikalisches Erlebnis bieten.

Das opencreek hotel ist eine Gruppe von Künstler*innen, Kulturarbeiter*innen und Handwerker*innen, die zum ersten Mal im Isenburger Schloss in Offenbach zusammengekommen sind. Mit ihren Veranstaltungen schaffen sie Räume, in denen Unruhe und Unsicherheiten durch Intimität Platz gegeben werden. opencreek ist Fluktuation, eine dauerhafte Verhandlung zwischen offenen und geschlossenen Räumen, Körpern und Verletzlichkeiten. Besucher*innen sind stets genauso Performer*innen in den Räumen wie die Auftretenden, denn in Begegnung gibt es keine Un*Schuld: Dress as you are!

Mit Yana Tsegay, Mustafa Boga, Miriro Mwamdiambira, alla popp, Mia Bencun, Sarah Reva Mohr, Anna Pietocha, Chor der einfachen Leute, arootin mirzakhani, Lady Bubu Tea, Nadine Finsterbush, ISIS, Babyboi (Baby of Control), Marshall Vincent Garrett, Iku, Lena Bakonalim, Nikolaus Kockel, Nora Schön, esther poppe, misses rosewood, Jan Berger, Yoga Church of Evil, Darian Spencer, Diane Hillebrand, Sitha Reis, Dolorosa, Katharina Hantke, JENNY, Karaj, Jana klar, DJ Kazakstar und Candy Popp.

Eintritt: 10 Euro, Tickets hier erhältlich

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