Die Dialogwerkstätten des WDC-Campus bieten eine Plattform für Austausch, Reflexion und gemeinsames Lernen in Form von Vorträgen, Panels, Workshops, Exkursionen und Aktionen. Die Dialogwerkstätten finden seit dem 22. April 2026 immer mittwochs und in deutscher Sprache statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Anmeldung erfolgt über die jeweils hinterlegten Links.
Mittwoch, 1. Juli, 14–20 Uhr
Democratic Tableware
Wie lassen sich Verhandlungen gestalten? Das Projekt Democratic Tableware untersucht, wie Design Gespräche, Entscheidungsprozesse und Konfliktlösungen unterstützen kann. In der Praxis sind Verhandlungen häufig von Missverständnissen, Ungleichgewichten oder Konflikten geprägt. Zeitdruck, unterschiedliche Interessen, verschiedene Informationsstände oder persönliche Vorurteile können dazu führen, dass Gespräche scheitern. Gleichzeitig lebt Demokratie sowohl von der kontroversen Auseinandersetzung als auch von der Fähigkeit, gemeinsame Lösungen zu entwickeln.
Die im Projekt entwickelten Objekte setzen genau hier an. Sie untersuchen, wie physische Artefakte Kommunikationsprozesse strukturieren, sichtbar machen oder moderieren können. Dabei geht es nicht nur um Sprache als zentrales Medium demokratischer Aushandlung. Auch der Körper spielt eine wichtige Rolle: Gesten, Bewegungen, Haltungen und räumliche Beziehungen beeinflussen, wie Menschen miteinander kommunizieren und Entscheidungen treffen.
Ausgehend von Erkenntnissen der Embodiment-Forschung experimentieren die Objekte mit körperlichen, visuellen und haptischen Elementen. Durch diese Gestaltungsmittel entstehen neue Formen multimodaler Verhandlungssituationen, die mehrere Sinne einbeziehen und alternative Wege der Beteiligung eröffnen. Die entwickelten Objekte verstehen sich als Werkzeuge, die helfen können, kommunikative Hürden sichtbar zu machen und Verhandlungen produktiver zu gestalten.
WDC-Campus in Zusammenarbeit mit der Bauhaus-Universität Weimar.
Mehr Informationen und Anmeldung unter: WDC 2026
Mittwoch, 8. Juli, 14–20 Uhr
Designing Design Education
Prof. Dr. René Spitz stellt die Reihe Designing Design Education der iF-Foundation vor, ein flexibles Rahmenwerk zur Neuausrichtung der Designausbildung. Es thematisiert die Balance zwischen analogen und digitalen Kompetenzen, Re-Politisierung des Designs, interdisziplinäre und interkulturelle Zusammenarbeit sowie den gesellschaftlichen Auftrag von Gestaltung. Vorgestellt werden Band 4, ergänzende Workshops, Vorträge und ein Panel.
Mehr Informationen und Anmeldung unter: WDC 2026
Mittwoch, 15. Juli, 11–20 Uhr
MEER Demokratie. Social Design auf und mit dem Meer
Die Okeanos Foundation hat eine Methode entwickelt, um während eines Segeltörns kooperatives Miteinander und kollektive Teamarbeit zu vermitteln. Unsere Lebensqualität und die weitere Entwicklung der Demokratie entscheidet sich nicht zuletzt durch den Erhalt der Ökosysteme – grundlegend getragen durch den weltumspannenden Ozean. Wie wir vom Main aus das Meer und dessen Anforderung an uns im Blick behalten, vermitteln Design-Studierende der Hochschule Darmstadt, begleitet von greenD und unterstützt von der Okeanos Stiftung. Sie entwickeln und erproben neue nachhaltige, kooperative und selbstwirksame Formen des Zusammenlebens und werden diese im WDC-Campus erfahrbar machen.
Programm:
11–15 Uhr: Summer Camp im Museum
Wie weit schwimmt die Flasche, die im Main landet?
Designworkshop für Schülerinnen und Schüler ab 10 Jahren
Wie beeinflussen wir von Frankfurt aus das Meer und das Meer uns und unser Zusammenleben. Durch Design nehmen wir Euch mit aufs Wasser. Gemeinsam stellen wir Fragen und gestalten wir Antworten.
18–20 Uhr: Workshop und Diskussion
Social Design auf und mit dem Meer
Mit Dipl. Designer Kurt Friedrich (greenD), Dipl. Szenografin Josephine Gerhardt (greenD), Jana Steingässer (Okeanos), Paul Abendschein, Miriam Josephine Benders, Elias Khater, Fabianna Manthey, Emi Reidelbacher und Prof. Dr. Gesa Foken (Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt)
Mehr Informationen und Anmeldung unter: WDC 2026
Mittwoch, 22. Juli, 11–20 Uhr
CorpseCraft Nr. 6–7 – Bauhaus Future Fiction
Dieser Workshop demonstriert die Design-Thinking-Methodik in drei Phasen. Unter Prof. Markus Weisbeck und Vera Kunz entwickeln Studierende in drei Phasen Design-Thinking-Prozesse von individuellen Ansätzen zu kollektiven Ergebnissen. Visuelle Experimente, Austausch und Teamarbeit führen zu Werken mit gemeinsamer Autorenschaft und zeigen Design als offenen Prozess der Zukunftsgestaltung.
Mehr Informationen und Anmeldung unter: WDC 2026
Mittwoch, 29 Juli, 13–19 Uhr
Im Zoo: Bewegungsräume für ein Gemeinschaftserlebnis
Seit 168 Jahren prägt der Zoo Frankfurt die Stadtlandschaft und ist eine Oase lebendiger Vielfalt. Das traditionsreiche Zentrum für Natur- und Artenschutz wird modernisiert. Den Auftakt bildet das neue Afrika-Areal, das zu einer Reise durch die Serengeti einlädt. Das geplante Savannen-Areal im Zoo Frankfurt umfasst ein Tierhaus und ein etwa 24.000 m² großes Außenareal. Unterschiedliche Arten werden dort, wo möglich, gemeinsam gehalten. Auf einer Wegstrecke von über 1.000 m führen die Pfade zu Flusspferden, Giraffen, Flamingos und weiteren Tieren.
Der Besucherbereich eines Zoos erfüllt viele Aufgaben. Bei Gestaltung und Ausstattung werden Aspekte wie intensives Tiererlebnis, Aufenthaltsqualität für Einzelpersonen und Gruppen, Barrierefreiheit, Klima, Bildung, Information und Möblierung berücksichtigt. Durch ein immersives Zoodesign werden die Lebensräume von Tieren und Besucherinnen optisch miteinander verbunden. Menschen bewegen sich auf klar begrenzten Wegen mitten durch die neuen Lebensräume, der Weg wird dabei zum zentralen architektonischen Element: Er steuert die Bewegung, schafft Blickbeziehungen und ermöglicht vielfältige Begegnungen zwischen Menschen und Tieren.
In Kooperation mit der Hochschule Mainz, Fachbereich Architektur, wurde dieses Thema als Aufgabenstellung umgesetzt.
Programm:
Ab 13 Uhr zeigt eine Ausstellung die Ergebnisse der Zusammenarbeit und gibt Einblicke in den Masterplan ZOOKUNFT2030+ des Zoos Frankfurt.
Um 17 Uhr folgt eine Podiumsdiskussion: Studierende, Zoovertreter und Zooplanende diskutieren die Komplexität des Bauens in zoologischen Einrichtungen.
Mehr Informationen und Anmeldung unter: WDC 2026
Mittwoch, 5. August, 13–18.30 Uhr
Die demokratische Frankfurter Jacke
Hat Kleidung Einfluss auf unsere Haltung und unser Handeln? Kann demokratisches Handeln durch Kleidung begünstigt werden?
Gemeinsam mit interessierten Menschen führen Kostümdirektor Markus Maas, Prof. Ilona Kötter (Mode) und Dr. Klaus Harnack (Psychologie) ein partizipatives Gestaltungs- und Erfahrungsformat durch, in dem erkundet und zugleich praktisch erlebbar gemacht wird, wie Kleidung Handeln und Haltung beeinflusst.
Ausgehend von einem einführenden Impuls zur Idee eines demokratischen Kleidungsstückes folgen gemeinsame Erfahrungs- und Erprobungsphasen zur Wirkung von Kleidung. Im darauffolgenden Syntheseschritt werden die gewonnenen Erkenntnisse zusammengeführt und die Säulen zur Entwicklung eines demokratischen Kleidungsstückes in Form eines Vertrages manifestiert. Die so gewonnenen Erkenntnisse fließen in erste Entwürfe und Konzepte für die Frankfurter Jacke.
Ziel ist es, tragbare Ansätze zu entwickeln, die Partizipationshürden senken, Empathie und Perspektivübernahme fördern, Positionen sichtbar machen und konstruktive Interaktion unterstützen. Der fortlaufende Prozess soll dabei nicht nur Demokratie greifbarer machen, sondern durch kollektive liberale Gestaltung eine Frankfurter Jacke hervorbringen. Ein perfektes Projekt an der Schnittstelle von Design, Psychologie und politischer Haltung.
Mehr Informationen und Anmeldung unter: WDC 2026 |