Einladung zur Ausstellungseröffnung
Wolle. Seide. Widerstand.
Fr, 6. Februar, 19 Uhr
Wolle. Seide. Widerstand.

Mit der Ausstellung Wolle. Seide. Widerstand. widmet sich das Museum Angewandte Kunst nach 45 Jahren erstmals wieder ausschließlich dem Thema Teppich – in einer Zeit, in der sich das große Interesse an handgefertigten Textilien aller Art im Übrigen in einer auffallenden Anzahl an internationalen Ausstellungen widerspiegelt.

Die Ausstellung präsentiert Teppiche internationaler, zeitgenössischer Künstler:innen, die sich mit Themen des politischen Widerstands, individueller und kollektiver Resilienz sowie Resistenz befassen. Ihr Widerstand richtet sich gegen als illegitim empfundene Herrschaftsordnungen und Machtausübungen, gegen Traditionalismus, Diskriminierung, Rassismus, Traumata oder Umweltzerstörung. Die Teppiche der Künstler:innen fungieren somit als plakative Medien für gesellschaftspolitische Kommentare. In gleicher Radikalität sprengen sie mitunter die Grenzen der Flächigkeit: Sie loten die Möglichkeiten des Dreidimensionalen aus, und entfalten sich als textile Skulpturen und immersive Erfahrungsräume, die sich durch ihre affektive Qualität an gegenwärtigen Lebensprozessen beteiligen.

Die Ausstellung zielt darauf ab, Teppiche nicht aus einem stilgeschichtlichen Blickwinkel zu betrachten, sondern sie vielmehr im Interesse einer Entwicklungslinie zu zeigen, die außerhalb einer traditionellen westlichen Teppichforschung steht. Schon der Titel deutet auf neue Fragestellungen hin: Kann etwas Widerständiges in und mit textilen Materialien stattfinden? Und wenn ja, auf welche Weise verkörpern dann gerade Teppiche eine „Ästhetik textilen Widerstands“? Diesbezüglich stehen jene Perspektiven der mit jüngsten Werken aus dem ersten Viertel des 21. Jahrhunderts vertretenen internationalen Künstler:innen im Fokus der Ausstellung, die im Teppich, der zum offenen Kunstobjekt geworden ist, mit unterschiedlichen Aspekten von Widerstand einhergehen. Was aber macht dieses Medium für Künstler:innen so interessant, um über Widerstand nachzudenken, und dabei mitunter verflochtene Themen durch Knoten, die Kette und den Schuss, oder mit der Tuftpistole auszuloten?

In der Ausstellung werden ausgewählte Werke folgender Künstler:innen präsentiert:
Faig Ahmed, Diedrick Brackens, Johannah Herr, Jan Kath, Baseera Khan, Alexandra Kehayoglou, William Kentridge, Noelle Mason, Otobong Nkanga, Tobias Rehberger, Erin M. Riley, Tsherin Sherpa, Rose Stach, Nasan Tur, Jeroen van den Bogaert

Kuratorin: Dr. Katharina Weiler

Wir laden Sie herzlich zur Ausstellungseröffnung von Wolle. Seide. Widerstand. am Freitag, den 6. Februar 2026, ab 19 Uhr im Museum Angewandte Kunst ein.

Begleitprogramm zur Ausstellung
Führungen
Wolle. Seide. Widerstand.

Öffentliche Führungen
Ohne Anmeldung. Im Eintrittspreis inbegriffen.

Sa, 7. Februar, 15 Uhr
War Rugs From America
Mit der Künstlerin Johannah Herr, der Kuratorin Dr. Katharina Weiler und dem Juniorkurator Leon Lukas Plum (EN).

Mi, 25. Februar, 18.30 Uhr
Ornament und Widerstand
Mit der Kuratorin Dr. Katharina Weiler und der Kunsthistorikerin Dr. Eva Linhart.

Mi, 11. März, 18.30 Uhr
Mit den Junorkurator:innen Sofia Simeth und Leon Lukas Plum.

Mi, 18. März, 18.30 Uhr
Teppiche und neue Kunstkonzepte zwischen freier und angewandter Kunst
Mit der Kunsthistorikerin Dr. Eva Linhart.

Mi, 25. März, 18 Uhr
Mit den Junorkurator:innen Sofia Simeth und Leon Lukas Plum.

So, 12. April, 11 und 15 Uhr
Mit den Junorkurator:innen Sofia Simeth und Leon Lukas Plum.

Mi, 22. April, 18.30 Uhr
Mit der Kuratorin Dr. Katharina Weiler.

Mi, 29. April, 18.30 Uhr
Mit den Junorkurator:innen Sofia Simeth und Leon Lukas Plum.

So, 17. Mai, 15 Uhr
Wolle, Werte, Widerstände: zeitgenössische Teppiche zwischen Kunstmarkt und Weltpolitik
Mit dem Kunsthistoriker Francesco Colli.

So, 24. Mai, 15 Uhr
Finissage
Mit der Kuratorin Dr. Katharina Weiler.

Haptischer Rundgang für Blinde Menschen, Menschen mit Sehbehinderung und Sehende
In Zusammenarbeit mit Kulturwissenschaftler:in und Inklusionsaktivist:in Lilian Korner stellt das Museum Angewandte Kunst in der Ausstellung Wolle. Seide. Widerstand. die Frage, wie das Museum ein inklusiver Raum für Blinde Menschen, Menschen mit Sehbehinderung und Sehende sein kann.

Mi, 18. Februar, 18–19.30 Uhr
So, 12. April, 13.30–15 Uhr
Mi, 13. Mai, 18–19.30 Uhr

Im Ausstellungsticket inbegriffen, Infos und Voranmeldung unter create.angewandte-kunst@stadt-frankfurt.de oder 069/212 38522


Veranstaltungen
Textilworkshop mit der Schneiderwerkstatt Stitch by Stitch

Öffentliche Katalogvorstellung
Mi, 25. März, 19 Uhr
Mit den Autor:innen und der Grafikdesignerin Sandra Doeller.

Thementag im Rahmen der Europäischen Tage des Kunsthandwerks
So, 12. April, 11–16 Uhr
Workshops und Führungen für Kinder ab 4 Jahren, Familien und Erwachsene.
U.a. mit Juniorkurator:innenführungen und einem Textilworkshop mit der Schneiderwerkstatt Stitch by Stitch.

Spoken Word Performance mit Dalibor Marković
Mi, 15. April, 19 Uhr

Vortrag
Mi, 6. Mai, 19 Uhr
Wir weben, wir weben! Wie Weben zum Inbegriff des politischen Widerstands wurde.
Mit Prof. Dr. Christopher Daase, Goethe-Universität Frankfurt.


Workshops
Knüpfen mit Sanchir Kath,  Jan Kath Design GmbH

Workshop für Erwachsene – Knüpfen mit Sanchir Kath, Jan Kath Design GmbH
Sa, 7. März, 14–17 Uhr
24 EUR Workshopgebühr

Im von Sanchir Kath geleiteten Workshop sind die Teilnehmer:innen aktiv eingebunden. Sie lernen, wie man Teppiche knüpft, und erleben unmittelbar, wie ein Teppich Knoten für Knoten, Reihe für Reihe wächst.

Sanchir Kath hat Produktdesign in Kassel studiert. Im Rahmen seines Studiums verbrachte er mehrere Monate in Nepal, wo er in den Manufakturen in Kathmandu das traditionelle Handknüpfen von Teppichen erlernte. Dieses Wissen stellt ein besonderes Plus dar, da Sanchir nicht nur entwirft, sondern auch bis ins Detail versteht, wie seine Designs handwerklich umgesetzt werden.

Workshop für Erwachsene – Tuften mit Jia Write (2-tägig)
Sa, 18. und So, 19. April, jeweils 10–15 Uhr
96 EUR Workshopgebühr

Im zweitägigen Workshop führt die Tufting-Künstlerin Jia Write in die Technik des Tuftens ein – eine zeitgenössische Methode der Teppichherstellung, bei der mit Wolle und einer sogenannten „Tufting Gun“ Linie für Linie ein textiles Bild im Format A4/ A3 entsteht. Die Teilnehmenden gestalten dabei ein individuelles Motiv und erarbeiten weiche, dreidimensionale Ebenen, die dem fertigen Werk eine besondere haptische Qualität verleihen.

Zu Beginn gibt Jia Write eine Einführung in Materialkunde und Technik: Welche Wollarten eignen sich für das Tuften? Wie ist eine Tufting Gun aufgebaut und wie wird sie sicher und präzise eingesetzt? Anschließend begleitet sie die Teilnehmenden Schritt für Schritt durch den gesamten Arbeitsprozess – vom Entwurf über das Tuften bis hin zur Weiterverarbeitung des Textils durch Rasieren und Schneiden der Oberfläche.


LOOMCYCLE
LOOMCYCLE

LOOMCYCLE – ein mobiler Webstuhl zum gemeinschaftlichen Weben als symbolischer Akt der Teilhabe und Beteiligung

LOOMCYCLE – benannt nach dem englischen Wort „loom“ für Webstuhl – ist ein Projekt des Berliner Kollektivs raumlaborberlin und Teil des Vermittlungsprogramms zur Ausstellung Wolle. Seide. Widerstand. sowie des Programms der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 im Museum Angewandte Kunst.

Von Februar bis Mai 2026 fährt das LOOMCYCLE („Loom“ englisch für „Webstuhl“) von raumlaborberlin durch Frankfurter Stadtteile. Es macht an Orten und bei Veranstaltungen Halt, an denen Menschen zusammenkommen und neue Verbindungen entstehen. In Stadtteilzentren, auf Marktplätzen und Nachbarschaftsfesten lädt das Projekt gemeinsam mit lokalen Akteur:innen und Partnerinstitutionen ein, mitzuwirken – zu weben, ins Gespräch zu kommen und Gestaltung als gemeinschaftlichen, demokratischen Prozess zu erleben.

Dabei geht es nicht nur um Kunsthandwerk, sondern auch um Begegnung, Austausch und die Erfahrung, gemeinsam etwas Kreatives zu schaffen. Mit dem Projekt möchten wir neue Zugänge zur Kultur eröffnen, Menschen für künstlerische Prozesse begeistern und langfristige Beziehungen zwischen dem Museum und den Stadtteilen und ihren Gemeinschaften wachsen lassen.

Termine im Museum
Sa., 14. Februar, 15–18 Uhr
Auftakt mit dem Initiator und Künstler Francesco Apuzzo, raumlaborberlin
So., 15. Februar, 11–14 Uhr
Auftakt mit dem Initiator und Künstler Francesco Apuzzo, raumlaborberlin
So., 1. März, 11.30–14.30 Uhr
So., 15. März, 11.30–14.30 Uhr
So., 29. März, 11.30–14.30 Uhr
So., 12. April, 11–16 Uhr
Thementag im Rahmen der Europäischen Tage des Kunsthandwerks
Sa., 25. April, 19-22 Uhr
Nacht der Museen
So., 3. Mai, 11.30–14.30 Uhr
So., 17. Mai ab 14 Uhr
Abschluss mit einem gemeinsamen Community Picknick auf und um den gewebten Teppich

Credits
1. Grafik: Bureau Sandra Doeller © Museum Angewandte Kunst; 2. Alexandra Kehayoglou: Paraná de las Palmas River, 2021, Wolle, getuftet, 1230×430cm © Foto: Francisco Nocito; 3. Foto: Schneiderwerkstatt Stitch by Stitch; 4. Foto: Jan Kath Design GmbH; 5. Foto: raumlaborberlin

Kontakt
Museum Angewandte Kunst
Schaumainkai 17
60594 Frankfurt am Main

T +49 69 212 44539
info.angewandte-kunst@stadt-frankfurt.de
www.museumangewandtekunst.de
 
Öffnungszeiten
Mo geschlossen
Di, Do-So 10-18 Uhr
Mi 10-20 Uhr

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